Freitag, 4. Oktober 2013

Ich will endlich die Veränderung O4.O9.2O13

 Das hier ist nur ein kleines Update. Mein Kopf wechselt oft die Meinungen, aber ich bin mir sicher, dass ich es schaffen kann. Ich muss es sogar schaffen!

Es mag vielleicht oberflächlich klingen, ja vielleicht mag es wirklich absurd und lächerlich und gestört oder sonst was klingen, aber ich weiß mir nicht anders zu helfen. Ich kenne keinen anderen Ausweg mehr aus dieser Situation, bis auf den Tod.

Man sagt immer, dass einem die anderen Menschen auf die Beine helfen. Aber sie helfen dir nur dabei, dass du auf deine Beine kommst, nachdem du den ersten Anschwung selber genommen hast. Das heißt, dass jeder sich selber zu erst helfen muss und später von Menschen unterstützt wird, damit man nicht mehr erschöpft zusammensinkt.
Obwohl es mir bewusst war, war es mir egal, ich brauchte es nicht. Ich wollte keine Veränderung und ich war mir sicher, dass ich mich jeden Tag umbringen könnte und es auch schaffen würde. Und ich sage nicht, dass diese Gedanken weg sind. Sie tauchen immer wieder mal auf, aber ich verdränge sie.
Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann mal einen Führerschein zu machen, die Schule regelmäßig besuchen und einen Abschluss machen, ich möchte nichts von der Zukunft wissen und deshalb möchte ich auch nichts ändern, aber meine Freunde haben mir ungewollt einen Arschtritt gegeben.
Ich sehe dabei zu, wie sie immer wieder einen neuen Partner finden, wie es ihnen gut geht und sie glücklich sind. Es macht mich eifersüchtig, dass ich niemals gut genug sein würde, dass ich nie so etwas haben konnte.
Ich wollte Liebe. 
Ich kämpfe schon so lange, um die Liebe, aber nie spüre ich sie oder bekomme sie zu spüren. Ich bin kalt, aber das will ich ändern.
Ich möchte mich begehrenswert machen, ohne mich zu verstellen. Ich möchte fit sein und ausgeglichen wirken, ohne dass ich mich zwingen muss. Ich möchte mich gut genug machen.
Ich möchte mich für die Liebe verändern, in der Hoffnung, dass ich endlich weiß, was die Liebe wirklich ist. Ich möchte auch wieder glücklich sein und aufhören nichts zu tun.
Es fällt mir momentan leicht und schwer. In der Schule fühle ich mich weniger gut, ich würde am liebsten vor allen Menschen wegrennen und mich verkriechen, aber ich möchte mich gleichzeitig bilden. Seitdem ich zur Schule wieder regelmäßig gehe, fühle ich mich mit jedem Tag bereichert und motiviert, etwas zu machen.
Nach der Schule bin ich zwar alleine, aber ich mache Sport, organisiere einen Tages und Essensplan.
Ich möchte mit kleinen Dingen anfangen.
Ich möchte anfangen kleine Dinge richtig zu machen und Erfolgserlebnisse spüren.
Angefangen von meinem Wunschgewicht bis hin  zur Liebe.
Ich habe eingesehen, dass ich mich selber finden muss, mit mir selber im Einklang sein muss, bevor andere das tun können.
Ich werde viel in meine Selbstfindung investieren, Zeit, Geld, Freundschaften, Fehler. Ja. Ich werde so lange nach mir Suchen, bis ich nicht mehr kann. Ich werde genauso lange das Negative verdrängen und ich werde versuchen, es mir selbst zum ersten Recht zu machen und danach meiner Umgebung.
Ich bin keine Stütze, wenn ich nichts kann - Das weiß jeder.

Also verändere ich mich für die Liebe, denn die Liebe ist mein einziger Wunsch auf dieser Welt.

Ich hoffe so sehr, dass ich es kann.

Montag, 30. September 2013

Andere Welt 3O.O9.2O13

21:35 Uhr

Ich will nicht immer klagen und nur von mir sprechen, denn das vertreibt die Menschen. Sie haben mich satt, streiten es ab, obwohl ich es sehe. Aber was ist so schlimm an mir? 

Warum versuche ich so hart, es den Menschen um mich herum recht zu machen? Warum lasse ich mich hin und her schubsen und versuche alles richtig zu machen? Warum gebe ich mir immer Mühe und werde früher oder später trotzdem wie ein benutztes Taschentuch weggeschmissen?
Immer finden sie jemand besseren und dann bin ich ihnen egal.
Ich kann neben ihnen sitzen und sie reden nur mit ihren Partnern.
Solange sie ihren Partner haben, bin ich doch vollkommen egal.
Wenn sie Probleme mit ihrem Partner haben, bin ich auf einmal wieder gut genug.
Warum sieht niemand, wie sehr ich es doch versuche, wie sehr ich mich um die Menschen bemühe?.
Warum sieht niemand mich, sondern nur die Notlösung?
Warum werden sie alle glücklich und vergessen mich dann?
Warum kann ich nicht glücklich werden, warum kann mich niemand glücklich machen? Was ist so falsch an mir? Ich will doch nur einmal gut genug sein, gut genug um Liebe zu spüren. 
Ich ertrag es nicht mehr.
Das Glück der anderen, zeigt mir nur das, was ich nicht habe.

Ich könnte mit aufgerissenen Pulsadern vor ihnen stehen und sie würden mich keines Blickes würdigen. Ich will einfach nur aufhören zu denken oder in eine andere Welt flüchten.


Freitag, 27. September 2013

Pflaster 27.O9.2O13



Alles lag im Dunkeln. Draußen schien der Mond. Ab und zu verschwand er hinter einer kleinen Wolke. Man konnte nichts erkennen. Vielleicht ein paar Umrisse von Bäumen. Aber ansonsten konnten selbst die Lampen nichts erstrahlen. Dafür war der Wald zu dicht.
Und mitten in diesem Wald, da stand ein kleines Haus. Und auf dieses kleines Haus ging jemand zu. 
Ein Junge. Um die 10 Jahre alt. Seine Kleidung war dreckig, weil er durch den Schlamm gerannt war. Beide Hände hielten zwei weiße Tüten, die er hoch genug hielt, damit sie nicht verdreckten. 
Seine Schritte waren kurz, aber schnell. Sein Atem ging regelmäßig, aber schnell. Seine strahlend blauen Augen reflektierten den Mond und fixierten das Haus. Das Ziel des Jungen. Er hatte sich einen Auftrag gesetzt.
Egal wie schwer sein Weg sein würde. Egal wodurch er alles gehen musste, um an sein Zielt zu kommen. Er würde es schaffen und alles dafür tun.
Er drohte ein paar Mal auf den rutschigen Blättern der Herbstbäume auszurutschen, aber er fing sich. Seine Augen wirkten so viel älter als er. Sie sahen ernst aus. Zielstrebig und zeigten niemanden, dass er wirklich ein Kind war. 
Und als er am Haus ankam, richtete er sich auf. Drückte den Rücken durch, während er die Tür aufschloss. 
Ein fahles Licht fiel ihm entgegen, hüllte sein Gesicht in einen rötlichen Ton und bedeckte seine blauen Augen mit einem kleinen Schatten. Ohne zu zögern, trat er ins Haus.
Die kleine Wohnfläche wirkte beengend, chaotisch und verwüstet. 
Stühle lagen durcheinander, Fotoalben lagerten sich überall ab, manche verbrannte das Feuer im Kamin noch, Porzellanscherben zierten den Boden. Der Junge umging diese kleinen Dinge, weil sein Ziel sich auf der Matratze befand, die in der Ecke lag.
Seine Mutter hob nicht den Blick, als er sich neben sie setzte. 
Ihr wirres Haar bedeckte ihr Gesicht, faltige Hände klammerten sich an die Bettdecke, schweißgebadete Kleidung klebte an ihrem mageren Körper. Ein Wimmern ging von ihr aus, während sie den Blick auf den Boden richtete.
Der Junge schaute sie ein paar Sekunden lang an. wie sie zitterte,betete und nach Luft schnappte, dann packte er alles aus den Plastiktüten.
Die Mutter starrte weiter, wimmerte weiter, zitterte weiter.
Auf einmal fand sich ein blaues Pflaster auf ihrer Hand wieder. Ein rotes an ihrem Arm. Ein gelbes an ihrem Fuß. Ein grünes am Bein. Ein pinkes an der Wange. Ein braunes auf ihrem Fuß. Ein weißes am Knie, das sie angezogen hielt.
Die warmen Hände ihres Sohnes fuhren über ihren ganzen Körper. Hinterließen Pflaster, wie Sonnenstrahlen das Licht.  Ihr Sohn beklebte sie mit vielen Pflastern. Verschiedene Formen, Farben und Muster machten jedes Pflaster einzigartig. Und der Junge nahm seine Arbeit ernst.
Er kontrollierte ob jedes Pflaster auch wirklich hielt und packte immer mehr aus, wenn eine Packung zu Ende ging. 
Seine Mutter nahm es nicht wahr. Sie spürte zwar, dass sich etwas auf sie legte, aber sie wimmerte weiter, zitterte weiter, schnappte weiter nach Luft. Sie hob nicht den Blick oder sagte irgendwas. Sie hockte nur zusammen gekauert auf der alten Matratze und starrte den Boden an, frierend. 
Und als der Junge das letzte Pflaster in der Hand hielt, es war ein schneeweißes, zögerte er kurz. Er beobachtete sie. Ihre Gestalt. Wie sie atmete, sich bewegte, betete, schluchzte und nagte. Das ewige Zittern als wäre ihr kalt, hatte sie eingenommen. 
Sie krallte sich schmerzhaft in die Bettdecke und beachtete ihn nicht. Dabei wollte er doch ihren Schmerz erträglicher machen.
Der Junge schloss kurz die Augen. Dann lehnte er sich nach vorne und streckte seine Hand zu ihrer Brust aus. Sein Zeigefinger berührte sie.
Er spürte die Kälte, die von ihr aus ging. Doch er ließ sich davon nicht beirren. Er wartete und wartete, spürte ihren leblosen Herzschlag, wie er raste und stoppte, durchdrehte und verlangsamte, bei jedem Schluchzer. Irgendwann, da hörte es auf. Dieses ewige Hin und Her. 
Sie zitterte und schluchzte, aber ihr Herz schien ruhiger zu sein.
Ohne irgendein Zögern drückte er ihr das weiße Pflaster auf die Brust. Genau auf den Fleck wo ihr Herz lag, wo ihr gerade ruhiges Herz lag.
Langsam zog er seine Hand zurück und schaute seine Mutter an. Sie zitterte noch. Aber das Wimmern hatte ein Ende gefunden. Sie starrte ihn an. 
Salzige Tränen flossen, blaue Augen eines jungen Kindes starrten den Jungen an. Ungläubig, traurig und dankbar.
Ihre kauernde Haltung ließ nach, je länger Stille herrschte. Sie saß dort und sagte nichts, das Feuer knisterte in der Stille, ihr Sohn stand vor ihr, schweigend. Das Feuer erlosch und Wärme verbreitete sich.
Sie gab ihrem Kind ein trauriges Lächeln und zog ihn in eine Umarmung.
Das Pflaster schmiegte sich an die Wange des Jungen.
Er und seine Mutter schlossen die Augen und lauschten dem sanften Herzschlag.
Frieden, Erleichterung, Einsamkeit, Angst, Hoffnung und Dankbarkeit - ein Herzschlag, ein Pflaster.

Dienstag, 17. September 2013

Death is Home 17.O9.2O13

Death is Home


Ich fühle mich schlimm, scheiße, ausgelaugt, richtig dreckig. Leer. Nicht einmal vernünftig denken kann ich noch.
Mich plagen widersprüchliche Schuldgefühle, dauernde Komplexe, Fressattacken und schlaflose Nächte. Ich bin froh, dass es momentan wenigstens in der Schule gut läuft.
Aber was ist mit mir?
Sobald meine Freunde traurig oder glücklich sind, fühle ich mich so wütend. Ich will nichts hören, nichts sehen. Am liebsten würde ich schreiend weglaufen, in irgendeinen nie endenden Tunnel, irgendwohin, wo mich Schwärze umhüllt, wo nur ich vorhanden bin. Ich merke, dass ich keine Stütze bin. Für niemanden. Ich merke doch, wie man mich anfängt zu hassen, sobald ich den Mund aufmache.
Ich kann nicht helfen, denn in mir tobt nur Wut, wenn ich Probleme höre.
Ich wünsche mir so sehr, einfach wieder dumm, unachtsam und einsam zu sein.
Ich will keine Freunde haben, die zu gut für mich sind, ich will keine Probleme mehr. Ich will ignoriert werden und das machen können, was ich für richtig halte. Ich will nichts mehr, denn alles macht mich kaputt.
Ich konnte für eine Weile meine Maske nicht mehr tragen, aber ich merke, dass ich den anderen nur im Weg stehe, deshalb ziehe ich sie wieder auf.
Aber trotzdem stehe ich jeden Moment kurz davor, einfach alles wegzuschmeißen. Mich einfach aus allem rauszuhalten und nur für mich zu sein. 
Andere zu sehen, wie sie Erfolg haben und immer besser sind als ich - Ich kann es nicht mehr. Bevor ich die anderen kaputt mache, mache ich lieber nur mich kaputt.
Ich warte nur auf den Moment, in dem ich nicht mehr klar denken kann, um mir die nächsten Schmerztabletten reinzuschmeißen und mir die Pulsadern aufzureißen.
Es ist mir egal, ob andere sagen, dass es besser wird. Ich will es nicht besser haben, ich will dieses erbärmliche Leben von mir beenden.
Das einzige, was mich noch hier hält, ist, dass ich nicht möchte, dass meine Eltern und meine Oma denken, dass sie in der Erziehung versagt haben. Ich warte bis sie mich hassen oder nicht mehr an mich denken und dann beende ich alles.
Wer hat schon so ein dummes Kind wie mich verdient?
Ich will mich umbringen, versinke nur im Selbstmitleid, dabei merke ich, dass sie mir den Himmel auf Erden bereiten wollen. Sie sind zu gut für mich. Ich bin zu schlecht für jeden.
Nichts kann ich richtig machen, jeder ist besser, niemand sieht mich, ich habe einen hässlichen Charakter. Ich bin einfach nur ein grässliches Monster. Jeder wär doch besser dran ohne mich. 
Keine Sorgen, keine Wutausbrüche, kein verschwendetes Geld oder nutzlose Gespräche.
Sie sehen mich einfach nicht, denn meine Maske ist mein Ich und das ist das einzige, was sie sehen.
Und meine Zukunft interessiert mich nicht.
Ich kann und will mir nicht vorstellen alt zu werden oder überhaupt meinen 18. Geburtstag mitzuerleben. Ich will tot sein, nur das interessiert mich.
Ich will einfach nur weg, aus dieser Welt ausbrechen.
Egal wie gut es mir geht, ich will trotzdem irgendwann wieder sterben, endlich in mein richtiges Zu Hause.
Warme Schwärze, umhüllt meinen Kopf.